CLARET's Interview-Ecke

EVA HABERMANN
An einem Samstagmittag im Oktober 2001 wurde ich vom Telefonklingeln geweckt. Als ich mich schlaftrunken zum Apparat schleppte und mich mit einem gequälten "Ja... hallo?" meldete, konnte ich ja nicht ahnen, dass auf der anderen Seite der Leitung eine beliebte deutsche Schauspielerin war.
"Ja hallo! Hier ist Eva Habermann!" Und plötzlich war ich wach!
Ich hatte Eva vor ein paar Monaten einige Fragen mit der Bitte um ein Interview zugesandt. Nun fand sie ein wenig Zeit für uns. Am darauffolgenden Sonntag, den 28. Oktober, rief sie erneut an. Markus, an diesem Tag einmal technischer Aufnahmeleiter, stellte sicher, dass uns auch keine der interessanten Antworten verloren ging!
Lest also nun das CLARET-Interview mit Eva Habermann.
 
 
Ein rechtlicher Hinweis:
Dieses Interview unterliegt dem Copyright von CLARET.
Unerlaubte Veröffentlichung, auch auszugsweise, ist nicht gestattet.
Erstveröffentlichung auf www.Gothic-Rock.de im Dezember 2001.
Bilder von Eva: mit freundlicher Genehmigung von Jens Schmigowski,
http://www.eva-habermann.de/

(siehe Copyright-Vermerk des jeweiligen Bildes bei Berührung mit dem Mauspfeil).
Who's who?
Nico Steckelberg
(von der Band CLARET)
Eva Habermann
(Schauspielerin)
Markus Skroch
(von der Band CLARET)
Nico: Hallo Eva! Zunächst einmal ein herzliches Willkommen und vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. Wie würdest Du Dich mit einem Satz den Lesern vorstellen, die Dich vielleicht noch nicht kennen?

Eva: Hm... ich habe mich jetzt nicht darauf vorbereitet, dass ich über die Fragen vorher nachgedacht habe ...

Nico: Ja schade, der Satz ist schon vorbei ...

Eva: Ja gut! (Lachend:) Super Antwort! Moment! Ähm, ich würde denen erzählen: ich hab’ - mit einem Satz! Das ist ganz schön gemein! Ich bin Schauspielerin, ich habe aber mit Moderation angefangen. Und dann könnte ich auch noch einige Projekte aufzählen, bei denen ich mitgemacht habe. Also, ich habe angefangen mit Pumuckl-TV - mit Kinderfernsehen - dann waren größere Sachen: “Lexx - The Dark Zone”, “Die Strandclique” zwei Jahre. Die wird auch irgendwann mal ausgestrahlt, hoffentlich. Dann habe ich auch viele einzelne Filme gedreht, u.a. einen Rosamunde-Pilcher-Film, dann lief im Sommer ein Action-Film: “Die drei Engel”. Na ja, das reicht eigentlich schon. Das ist der Satz. In den anderen Fragen kommt das ja alles noch mal vor...

Nico: (Lacht) Das weißt Du doch noch gar nicht! (Hintergrund: Ich hatte Eva die Fragen zuvor ausgedruckt und zugesandt, so dass sie am Telefon mitlesen konnte.) Du bist ja nun schon recht lange im TV-Business mit dabei. Erzähl doch mal, wie das alles angefangen hat. Gab es so etwas wie ein „Schlüsselereignis”, vielleicht ein großes Vorbild, das Du im Fernsehen gesehen hast?

Eva: Ich habe mit fünf Jahren mal an einem Casting für eine Kinderserie teilgenommen, da war ich in der Musikschule und habe gerade Blockflöte gelernt. Und ich habe mal irgendwo gelesen, dass alles, was man zwischen drei und fünf macht, einen sehr beeindruckt. Also Leute, die da schon gerne bauen, wollen vielleicht später mal Architekt werden - was man halt so spielt, was man sich aussucht. Und ich habe mit fünf in einer Musiksendung im ZDF mitgepielt, die “Die Musikdose” hieß. Und mir hat die Sache einfach gefallen, dass man sich verkleidet und im Rampenlicht steht, irgendwas spielt. Und dass man dafür dann auch noch Geld bekommt, fand ich ganz toll! Ich glaube, das ist so eine Art Schlüsselereignis gewesen. Auch, dass ich überhaupt erst einmal den Schrecken oder die Angst davor verloren habe, soetwas zu machen.
Das andere Schlüsselereignis war, dass ich mit 14 am Casting für den “Disney-Club” teilgenommen habe und von 2000 Leuten unter die letzten 20 kam. Und DAS war eigentlich das wirkliche Schlüsselereignis, wo ich das Gefühl hatte: es ist nicht unereichbar. Denn ich wollte mir immer reelle Ziele setzen, Dinge, die man auch erreichen kann, denn sonst ist man ja immer frustriert, und ab dem Moment hatte ich das Gefühl, dass wenn ich aus 2000 Leuten ausgesucht werde ...  letztendlich wurde ich auch nicht genommen, weil ich zu jung war ... aber das hat mir eben gezeigt, dass es machbar ist. Das klappt, und das möchte ich gern machen!

Nico: Haben Dich Deine Eltern dabei unterstützt?

Eva: Meine Eltern haben mich insofern unterstützt, indem sie mir immer Unterricht ... nachdem das Casting fast geklappt hatte, habe ich mich ermutigt gefühlt, Schauspielunterricht zu nehmen, Sprechunterricht, und meine Eltern haben mir das bezahlt. Sie haben das quasi für mich finanziert. Insofern haben sie mich schon unterstützt. Waren zwar eher skeptisch, aber haben gesagt: wenn die Kleine das unbedingt machen möchte, dann soll se mal! Oder dann finden wir es gut, wenn sie sich in der Richtung weiterbildet und etwas für sich tut.

Nico: Du hast einmal erwähnt, dass Du das schauspielerische Ziel, das Du Dir selbst in Deiner Schulzeit gesetzt hast, mittlerweile erreicht hast. Hast Du Dir inzwischen neue Ziele gesetzt?

Eva: Ich mache das eigentlich jedes Jahr! Dass ich mir so einen Zettel schreibe, was ich alles erreichen möchte! Sowohl privat als auch beruflich. Ursprünglich war mein Ziel in der Schulzeit, dass ich eigentlich nur ins Fernsehen wollte. Moderieren oder in irgend einer Serie mitspielen, das wollte ich erreicht haben, bis ich 30 bin. Jetzt bin ich aber 25 und habe das alles schon gemacht, auch schon mal eine Hauptrolle in einem Fernsehfilm gespielt. Meine neuen Ziele setze ich mir Anfang des Jahres, und dieses Jahr wollte ich wahnsinnig gern in irgend einer Sache mitspielen, die mit Engeln zu tun hat. Weiß nicht, warum, weil ich das irgendwie schön finde. Das war dann “Victor, der Schutzengel”, den ich dieses Jahr gedreht habe. Dann wollte ich unbedingt in einem Actionfilm mitdrehen, und dann hat das mit den “Drei wilden Engeln” geklappt. Und dann wollte ich noch etwas machen, wo ich mich richtig beweisen kann, und ich glaube, bei der “Kommissarin” kommt eine ziemlich schwierige Rolle auf mich zu, weil sie auch sehr viele Ausbrüche hat, sehr emotional, sehr unglücklich ist. Es ist ein Mädchen, das so ein bißchen ins Prostituiertenbusiness abgerutscht ist. Komischerweise klappen zumindest 2/3 der Ziele. Und das ist auch schon was wert. Ich finde es sehr erstaunlich, wenn man sich das am Ende des Jahres mal anschaut. Man hat es gar nicht mehr im Kopf, dass man sich das vorgenommen hatte, denn manche Sachen kann man ja gar nicht planen, aber ein paar Sachen sind dann tatsächlich davon wahr geworden.

Nico: Du hast von den „Drei wilden Engeln” gesprochen. Der Vergleich zu „Drei Engel für Charlie” fällt nicht schwer...

Eva: Es klingt ein bißchen danach, obwohl RTL diesen Vergleich komplett nicht haben möchte. Die wollten noch den Titel ändern. Ich wäre dankbar für einen Titelvorschlag! Ihr könnt Euch gern daran beteiligen, dass wir irgend einen guten Titel dafür finden. Das ist total schwierig. Wir wollen es deswegen nicht “Drei wilde Engel” nennen, weil es schon so viele Fernsehsendungen mit “Engel” gibt. “Ein Engel auf St. Pauli”, “Schutzengel”, “Zwei Engel auf Streife” ...

Nico:“Ein Engel auf Erden”.

Eva: Wir suchen einen wirklich guten Titel. Wir haben schon Brainstorming gemacht ohne Ende, es kommt nichts gescheites dabei heraus. Es geht dabei um drei junge Frauen, die gegen das Unrecht kämpfen. Ihr könnt mir echt helfen bei der Titelfindung! Also: die drei kommen aus komplett unterschiedlichen Schichten, die eine ist kriminell, ich bin eine Polizistin, die andere ist eine sehr reiche Bankbesitzerin. Und unter verschiedenen Umständen, die ich jetzt nicht genau verraten möchte, finden die sich zusammen und auf einmal gibt es eine Situation, in der sie gejagt werden. Sowohl von der Polizeit - durch ein Missverständnis - als auch von Verbrechern. Die drei kennen sich am Anfang gar nicht, lernen sich während des Film immer besser kennen und stellen fest, dass sie echt ein gutes Team sind. Im Sinne von: drei Frauen, die eine Art Special-Einheit bilden, die in speziellen Fällen als Sonderkommando eingesetzt wird. Der Wunsch ist natürlich, dass RTL dann daraus eine Serie macht. Der Film ist sehr schön geworden. Ich habe schon einen Rohschnitt davon gesehen. Na ja, die suchen eben noch einen Titel. Momentan ist es “Drei wilde Biester”, was wir ganz fürchterlich finden, weil es einfach nicht dem enstpricht, wie wir gerne heißen möchten ...

Nico: Okay, wir strengen uns an und - mal sehen, ob wir was schönes finden! Wir schicken Dir mal ein paar Vorschläge zu!
(Info: Markus und ich haben uns nachher mal hingesetzt und gegrübelt und tatsächlich 4-5 nette Variationen gefunden. Wenn einer unserer Vorschläge am Ende genommen wird, informieren wir Euch natürlich!)
Magst Du eigentlich die alten 80er-TV-Serien? Ich denke z.B. an “Drei Engel für Charlie”,  „Ein Colt für alle Fälle”, „Hart aber herzlich”, „Remington Steele”...

Eva: Ich muss sagen, ich habe die alle nicht gesehen! Ich schaue sehr sehr wenig fern. Ich habe mir auch “Drei Engel für Charlie” nicht angeschaut, nachdem ich die Rolle hier angenommen hatte, weil eben auch das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Außer dass es drei Frauen sind, die ihren Special-Einsatz haben, aber da ich’s nicht gesehen habe, kann ich’s auch nicht vergleichen.

Nico: Du hast neben Deinen zahlreichen Auftritten in TV-Serien („Tatort”, „Strandclique” usw.) gerade eben die Dreharbeiten zu „Feuer, Eis und Dosenbier” in Tschechien beendet. Du spielst in diesem Film die „älter gewordene Heidi von der Alm. Das hört sich ein wenig ... nun ... nach Slapstick an. Was genau dürfen wir denn erwarten?

Eva: Das ist auch ein bißchen Slapstick-mäßig! Es geht hauptsächlich um zwei Jungs aus Köln, die die ganze Zeit nichts auf die Reihe kriegen, weil sie immer am Kiffen sind. Und die müssen aus Köln abhauen, weil sie beim Bund angemeldet sind, aber dann nicht erscheinen, weil sie darauf keinen Bock haben. Dann flüchten sie halt in die Berge und treffen dort auf ein kleines Dorf. Eben da, wo der Almöhi wohnt, die Heidi und auch der Peter. Sie müssen dann aber feststellen, dass da oben die Welt auch nicht so heil ist, weil es einen Wahnsinnigen gibt, der die ganze Bergwelt kommerzialisieren will; er möchte teilweise die Berge sprengen, dann möchte er McDonald’s dahin bauen -

Nico uns Markus: Cool!

Eva: (Lacht) Der wird gespiel von Christoph Orth. Die beiden Jungs fassen sich ein Herz, und um die Bergwelt zu retten, weil sich der eine eben auch in die Heidi verliebt. Sie vereiteln dann den bösen Plan des wahnsinnig gewordenen Tronald Dump - so ähnlich wie Donald Trump. Es ist natürlich ein Slapstick, es geht so ein bißchen in Richtung “Schuh des Manitu”. Es geht aber auch in Richtung “Austin Powers”, weil es eben von der ganzen Sache her sehr absurd ist. Du weißt nicht, was im nächsten Moment passiert. Es ist nicht absehbar! Und das hat mir daran auch so gut gefallen.

Nico: Der Film kommt auch ins Kino?

Eva: Ja, der kommt am 24. Januar (2002) in die Kinos.

Nico: Wann ist Premiere?

(Anm. von Markus: Hatte Eva das nicht gerade eben gesagt?)

Eva: Am 24. Januar.

Nico: Gibt’s keine Vorpremiere?

Eva: Hm... weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass er am 24. Januar laufen wird!

Nico: (Lacht) Bekommst Du viel Feedback zu Deinen Projekten? Ich stelle es mir schwer vor, erst viele Tage und Wochen nach einem Film- oder Serien-Dreh eine Kritik von Außenstehenden zu hören. Das ist ja bei Live-Auftritten was ganz anderes.

Eva: Zu den Projekten direkt, wenn sie gesendet werden. Dann kann ich das immer an den Briefen sehen, wenn die Leute mir schreiben, dass ihnen das gut gefallen hat. Das direkte Feedback bekomme ich eigentlich beim Drehen selbst. So ein Filmteam arbeitet ja lange Stunden, man arbeitet da teilweise 14, 15 Stunden am Tag, und wenn man’s  schafft, dass die sich darüber freuen ... Da ich am Tag immer nur so 3, 4 Szenen drehe, kann ich das immer nur von Tag zu Tag sagen, ob’s gut war oder ob’s nicht gut war. Man verliert da auch so ein bißchen den Überblick, kann einfach nur hoffen, dass das alles gut wird, aber wenn man dreht, kann man halt sehen, dass die Leute, die am Set selber daran beteiligt sind ... wenn es denen gefällt, dann wird es auch den Zuschauern gefallen. Man hat ja dort außer dem Regisseur niemanden, der einen Zuschauer darstellt. Ist ja anders als im Theater, wo man nun Applaus hat, und da sind Menschen. Es ist ja auch nicht wie im Kino. Ich hatte bisher ja noch keinen Kinofilm, so wie “Feuer, Eis und Dosenbier”. Ich hatte einen kleinen Kinofilm, der hieß “Angel Express”, er lief nur in ein paar Kinos. Und da kriegst Du ja auch kein Feedback in dem Sinne. Ich bekomme es hauptsächlich über Fanbriefe oder durch die Leute am Set, wenn Du merkst, dass es denen Spaß macht, Dir zuzuschauen. Oder von Freunden, aber das ist auch wieder schwierig. Meine beste Freundin Tina z.B. würde immer zu mir sagen: “Das ist doof, da bist Du nicht, wie Du bist!” Das ist immer sehr schwierig für Leute, die einen kennen, denn die wollen das dann vielleicht ganz anders sehen als man dort ist. Die mögen das dann vielleicht auch gar nicht.

Nico: Bekommst Du eigentlich viel Fanpost?

Eva: Ich kann es nicht vergleichen zu anderen Leuten, es ist immer so schubweise. Immer, wenn gerade wieder was im Fernsehen war oder in der Zeitung, dann ist wieder mehr Fanpost. Wenn ich mal vier Monate unterwegs war und dann nach Hause komme, dann liegt da wieder so ein ganzer Stapel von Sachen. Meine Mutter hilft mir da immer ein bißchen. Sie sortiert sie dann schon einmal vor; nach “mit Widmung”, “ohne Widmung”, “Brief”, “Extra-Wunsch”, “Arbeit”, “nicht Arbeit”... manchen reicht’s ja, wenn man einfach nur ein Autogramm schickt, manche haben auch Fragen, so wie Ihr!

Nico und Markus: (Lachen)

Eva: Ich bin immer erstaunt, ich hatte mir das nicht so viel vorgestellt.

Nico: Gibt es irgend etwas ganz Witziges oder Süßes, das Du mal bekommen hast?

Eva: Ein paar Sachen, die mich echt freuen. Wenn mir z.B. einer sagt, er habe seine Semesterklausur mit meinem Bild an der Wand besser überstanden, weil er sich immer gefreut hat, wenn er mich gesehen hat, dann finde ich das total süß, ist aber auch eher ungewöhnlich. Oder wenn mir jemand einen Brief schickt, aus dem dann lauter ausgeschnittene Herzen fallen. Einer hat mir so ‘nen Bär geschickt, auf dem draufsteht “Ich bin kitzelig”. Jedes Mal, wenn man da drauf drückt ... (Eva drückt den Bären, dieser kichert, wir alle lachen). Also, ich bekomme auch kleine Geschenke und so.

Nico: Ja, wir bekommen leider noch keine Geschenke ...

Eva: (Lacht) Ja ...

Nico: Deine schauspielerische Bandbreite ist weit gefächert:  von Rollen in Komödien über Science-Fiction-Heldinnen und Polizistinnen bis hin zu Psychopathinnen. Nicht zu vergessen Dein Part im „Immenhof” und die Moderation von „Pumuckl-TV”. Sicherlich fällt es den Kritikern schwer, eine passende „Schublade” zu finden, in die sie Dich stecken können. Anderseits besteht die Gefahr, dass Dir eine gewisse „Sprunghaftigkeit” vorgeworfen wird. Wie schaffst Du es, diese Kritiker von Dir zu überzeugen?

Eva: Mit Kritikern kann ich das nicht so genau beurteilen, weil ich das bislang noch nicht angelastet bekommen habe, dass ich verschiedene Sachen mache. Oder dass man nach einem Film geschrieben hätte “O Gott, hättest Du das so gemacht wie sonst auch” ... “Wärst Du doch bei Pumuckl-TV geblieben” ... also ich finde, wenn man keine negative Kritik hat, ist das schon mal gut. Und mir hat es noch nie jemand vorgeworfen, dass ich von einem Projekt nicht die Finger gelassen habe. Ich habe auch das Gefühl, dass ich immer noch so ein bißchen ausprobieren kann. Ich bin noch nicht so sehr im Rampenlicht wie Moritz Bleibtreu oder Katja Riemann. Und ich genieße dieses Privileg. So kann ich noch ein bißchen ausprobieren und gucken, was mir am meisten liegt und Spaß macht, ohne dass ich dann von Kritikern gleich in der Luft zerrissen oder zunichte gemacht werde.

Nico: Kannst Du gut mit Kritik umgehen? Geht sie Dir am (Du weißt schon...) vorbei oder nimmst du sie Dir eher zu Herzen?

Eva: (Lächelnd) Ich mag Kritik im allgemeinen nicht so sehr. Ich muss aber auch sagen, dass ich selbst mein härtester Kritiker bin. Wenn ich nachher einen Fernsehfilm von mir anschaue, sage ich 1000 Sachen, die mir daran nicht gefallen, die andere Leute überhaupt nicht sehen, weil ich mich selbst eben besser kenne und damit auch einen anderen Anspruch habe ... “Mein Gott, das hättest Du noch so und so machen können” ... aber das sehen die anderen Leute nicht, die das sehen. Kritik allgemein ist gut, solange sie konstruktiv ist. Wenn jemand sagt: “Komm, das kannst Du noch besser machen!” Aber wenn jemand sagt: “Das ist einfach nur schlecht”, bleibt auch nicht mehr viel übrig. Ich versuche aus Kritik zu lernen, solang sie von jemandem kommt, bei dem ich das Gefühl habe, dass sie konstruktiv ist.

Nico: Plauder doch mal bitte ein wenig aus dem Nähkästchen: welches war die romantischste Szene, die Du gespielt hast?

Eva: “Und vor welcher Kussszene hast Du Dich am allermeisten geekelt?” (Lacht)

Nico: (Lacht ebenfalls) Ah, die Fragen hast Du Dir gemerkt!

Eva: Ähm... die romantischste Szene, die ich gespielt habe ... also sehr romantisch war der Pilcher-Film. (Lacht) Wirklich, also man dreht in einer sehr schönen Umgebung in Südengland, da ist es wirklich sehr hübsch. Noch ein Beispiel: Ich persönlich war super-verknallt während “Lexx” in Michael McManus, den “Kai”, und ich habe mich die ganze Zeit auf die Kuss-Szene gefreut. Aber als sie stattfand, fand ich sie alles andere als romantisch, weil ich es einfach zu “technisch” fand, weil 1000 Leute dabeistanden. “Und jetzt ...”, “Und schnell ...”, “Okay, die haben wir jetzt im Kasten, von der anderen Seite noch einmal!” Und dann war das auf einmal so unromantisch, dass ich super-enttäuscht war. Das ist dann nämlich in dem Moment gar nicht romantisch, denn Du denkst an so viele andere Sachen. Du hast beim Schauspielen immer noch so ein zweites Bewußtsein, das Dich nicht komplett vergessen läßt, was Du machst! Sonst würdest Du ja auch bei jedem Take was anderes machen. Du musst ja auch einen Plan haben, dass Du jedes mal von der Tür wieder ins Zimmer gehst und wieder zurück. Deshalb lässt Du Dich ja gar nicht fallen. Daher ist es auch nicht so romantisch, auch wenn Du Deinen Partner ganz toll findest, auch wenn Du Dich vorher total gefreut hast.
Die ekeligste Kussszene ... was ganz ekelig war, am Beispiel “Lexx”: Gary Bostwick hatte immer die Eigenschaft, dass er morgens früh immer drei Spiegeleier zum Frühstück aß, morgens um 7.00 Uhr! Und dann roch er danach, sogar aus der Nase! Und der hatte mich im Film, kurz bevor er starb, noch einmal geküsst, was ich ganz ekelig fand, weil er so sehr nach Spiegeleiern roch.
Ich habe bestimmt in meinen Filmen schon mehr Leute geküsst als in Wirklichkeit! Weiß nicht, man küsst da doch so einige ...

Nico: Gibt man sich bei so einer ekeligen Szene mehr Mühe, damit sie schnell im Kasten ist und man sie nicht wiederholen muss?

Eva: Ach, so schlimm ist das gar nicht. Das Komische ist, dass man sich dabei überhaupt nichts denkt. Und dass das überhaupt nichts damit zu tun hat ... Was ich beim Beispiel mit Kai gesagt habe, dass, selbst wenn Du Dich drauf gefreut hast, es dann enttäuschend ist, weil es eben nur eine Aktion ist. Wie eine Sport-Übung.

Nico: Dabei sah die Szene doch so schön aus!! (Lacht) Was hältst Du vom „Reality-Boom” im Fernsehen?

Eva: Na ja, der ist ja schon wieder fast vorbei. Ich finde es ganz erstaunlich. In Südafrika läuft z.B. gerade “Big Brother” an. Das ist DAS Ding! Alle schauen sich das an, und es läuft dort 24 Stunden am Tag. Wie die Leute sich die Pickel ausdrücken und die Brötchen schmieren - es ist unglaublich! Ich habe von der ersten Staffel wirklich nur ganz wenig mitbekommen, weil ich sehr viel gearbeitet habe und nur wenig Zeit zum Fernschauen hatte, aber eine Staffel finde ich sehr interessant. Dass man mal Leute beobachtet, so dass man auch ein bißchen das Gruppenverhalten sehen kann; was da passiert, wer sich mit wem so zusammentut, wie gelästert wird ... es war ganz interessant, aber ich denke, man hält das auch nur eine begrenzte Zeit aus. Das hat man hier ja auch gemerkt bei Big Brother, bei der 2. oder 3. Staffel, wie das Interesse auch langsam stark nachließ.

Nico: Du warst ja in der 3. Staffel zu Gast bei „Big Brother”.

Eva: Ja, ich war bei der einen Sendung eingeladen.

Nico: Wie war das?

Eva: Ach, das war nett! War sehr nett! Ich finde ja auch den Moderatoren sehr nett und ich finde, der macht das sehr gut. Weil Oliver Geissen auch immer gut gelaunt ist und immer freundlich ist. Ich finde, der ist echt süß, wie jemand von nebenan einfach. Was mich amüsiert hat, ist, dass nach der Sendung ganz viele Leute, die sonst immer sagten: “Big Brother ist völlig Scheiße, das schauen wir uns nie an!”, jetzt sagten: “Ja, ich habe ganz zufällig gezappt ... ich schau das ja normalerweise nie an ...”. Dass so viele Leute mich gesehen haben, das fand ich nett. Bei der Sendung war ja auch Nadja vorher noch da. Naddel! Und dann hat er ziemlich viel mit der geredet, und ich hatte eigentlich kaum was zu sagen, als ich da war.

Nico: Ich hab’s leider verpasst ... ich schau das ja sonst nie (lacht). Was ist denn da passiert?

Eva: Gar nichts Spannendes ist da passiert. Sie hatten halt ziemlich viel Zeit für die Nadja Abdel Farrag eingeplant. Und für uns ... ich war dann noch da und der Atze ... wie heißt denn der noch? Dieser Komiker aus Köln?

Nico: Schröder! Atze Schröder!

Eva: Genau! Mit dem habe ich mich hervorragend verstanden, aber wir haben relativ wenig Zeit gehabt um was zu sagen. Aber es war trotzdem sehr nett.

Nico: Ist der privat eigentlich normal??

Eva: Der ist privat ganz normal! Die Haare, das ist ja auch nur eine Perrücke, Du erkennst den gar nicht.

Nico: Na ja, bei Helge Schneider weiß man’s ja nicht so genau.

Eva: Der ist wahrscheinlich auch privat so ... nee nee, der Atze ist entzückend!

Nico: Okay, pass auf! An der nächsten Überleitung habe ich ganz lange gearbeitet!!

Eva: M-hm.

Nico: Der Begriff des „Großen Bruders” stammt ja aus George Orwells düsterer Zukunftsvision „1984”. Du hast ja auch einmal bei einer düster angehauchten Science-Fiction-Serie die Hauptrolle gespielt. Erzähl uns doch ein paar interessante Anekdoten aus der „Lexx”-Zeit.

Eva: Das war ‘ne Super-Zeit, das war echt schön. (Kichert) Ich kann ja erst mal erzählen, wie ich dazu gekommen bin, weil’s gar nicht so leicht war. Der Pressesprecher von den Studios Babelsberg, der heißt Jürgen Schäfers, der hatte mir schon im Juli erzählt, dass im Dezember / Januar ein Projekt dort gedreht werden sollte, und da würde ich doch super reinpassen. Das sollte ‘ne Science-Fiction-Amazone sein, und er könne sich das gut vorstellen, wollte dem Produzenten meine Fotos gerne mal vorbeibringen, ob ich ihm die geben könnte. “Klar, kein Problem”, habe ich gemacht! Dann habe ich aber ewig nichts von denen gehört. Im November desselben Jahres hatten die dann ein Casting gemacht in Berlin, in München und in Hamburg, hatten mich aber dazu nicht eingeladen, weil sie das schon wieder vergessen hatten. Sie haben aber niemanden gefunden. Sie hatten sowohl Männer gecastet, wie z.B. Heino Ferch, und auch Frauen, sie wollten entweder den “Kai” deutsch besetzen oder die “Zev” deutsch besetzen. Doch das  wollten sie sich offenhalten, deshalb haben sie alles mögliche gecastet. Sie suchten dann aber, weil sie den Michael McManus schon so gut wie fest hatten, dann doch nach einer Frau. Dann haben sie noch Extra-Castings veranstaltet, nachdem bei den dreien nichts dabei war. Weil sie sich dann doch an die Fotos erinnert hatten, die Jürgen ihnen im Juli mal gegeben hatte, haben sie mich eingeladen. Es waren an dem Tag auch wieder so an die 100 Leute da, und dann bin ich in das Casting-Büro reingekommen, der Casting-Direktor hat mich angeschaut und hat zu mir nur gesagt: “Hey, it’s you!” Und das finde ich so lustig, ohne dass ich irgend etwas gesagt habe, hat er mir mit Gesten gesagt: “Klar, Du musst es sein!” Dann hat er mich noch ein bißchen fragend angeschaut und hat dann gesagt: “Okay, lass’ uns das machen!” Dann musste ich so ‘ne Szene vorspielen, ich glaube, die Duschszene, allerdings ohne dass ich da duschen musste oder mich ausziehen, und dem “Stan” erzählen, dass er ... nee, welche Szene war denn das?? Falsch! Es war die Grab-Szene, wo “Kai” gestorben war. Und die habe ich dann vorgespielt und dann habe ich schon eine Woche später Bescheid bekommen, ich und noch eine andere. Und zu zweit sind wir dann nach Kanada geflogen, und dort war dann das End-Casting. Eine Woche später war ich dann schon drüben - es war eine Woche Vorbereitungszeit - und dann kam auf einmal Paul Donovan, der Produzent der Serie an und sagte: “Ja, Eva, ich weiß nicht, ob wir Dir das schon gesagt haben, aber wir möchten gern, dass Du blaue Haare hast!” O Mist! Ich fand das aber ganz lustig, es war aber auch damals gar nicht so einfach. Wir hatten auch alle gar nicht an eine Perrücke gedacht. Die sieht halt auch nicht so echt aus. Und bei den ersten vier “Lexx”-Filmen sind meine Haare also tatsächlich hellblau. Da haben wir die erst mal gebleicht bis auf Teufel-komm-raus, dann waren die ziemlich gelb, das war irgendwie nicht so die Farbe. Dann haben wir da Lebensmittelfarbe ... also heutzutage wär das ja alles viel einfacher. Vor fünf Jahren war das, glaube ich, nicht so einfach, sich die Haare hellblau zu färben. Ich meine, heute sehe ich mehr Leute, die blaue Haare haben oder so, aber es war echt schwierig, das hinzukriegen. Frag mich mal was genaueres, wenn Du mehr wissen willst ... (lacht)!

Nico: Hat es Dir Spaß gemacht, die Rolle der Zev, einer ... nun ja ... perfekt aussehenden „Liebessklavin”, zu spielen?

Eva: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil es als Rolle ... das schöne war, dass sie einerseits sehr verletzlich war und andererseits sehr tough sein durfte. Und ich war damals - okay, ich bin jetzt immer noch ziemlich jung - so mit 19 meine erste Rolle und es passte auch. Für mich privat war das auch so ein bißchen ein Kampf, es war ein bißchen als hätte man mich ins Wasser geschmissen und nun musste ich schwimmen. Und es war für die Rolle ja genauso, weil ich ja auf einmal in dieser fremden Welt war, weil ich ja auch drei Monate auf einmal von Zuhause weg war in Kanada, unter Leuten, die ich bis zu dem Zeitpunkt nicht kannte. Daher war das, was ich für mich erlebt habe, ziemlich wie die Rolle selbst, in einer Welt, die für mich überhaupt nicht vertraut war. Und das war für mich sehr lustig oder sehr schön. Ich war damals privat - bin ich heute immer noch - sehr schüchtern, und ich fand das auch sehr schön von der Zev, weil sie sich gewundert hat, dass sie auf einmal alle toll finden, weil sie auf einmal hübsch ist oder so. Sie kam sich aber immer noch so vor wie die alte - normal und eher nicht so ansehnlich. Von daher gab es da so ein paar Parallelen für mich und zu meinem eigenen Leben in der Zeit.

Nico: War das Rollenangebot an sich eine Selbstbestätigung für Dich?

Eva: Es war auch Selbstbestätigung, es war aber auch alles nur ein Spiel. Ich bin früher in der Schule halt auch in Wollpullis rumgerannt usw. Wollte auch nie irgendwie speziell sexy oder auffällig in dem Sinne sein, und das war für mich das gleiche in der Rolle dann. Das war für mich wie Verkleiden.

Nico: Habt Ihr eigentlich für die Serie viel vor Bluescreens agiert?

Eva: Wir haben immer vor Greenscreens agiert. Es war immer alles grün. Sonst hätte man ja z.B. auch meine Haare gar nicht gesehen. Und Greenscreen war damals irgendwie die neueste Technik. Im Fernsehen musst Du ja oft vor irgendwelchen Kulissen spielen, wenn Du z.B. in einem Krankenhaus spielst, das nur in einem Studio aufgebaut ist, dann musst Du Dir auch vorstellen, das wäre ein Krankenhaus, obwohl es keines ist. Und es ist eben ähnlich, vor einer grünen Wand zu stehen und sich vorzustellen, dass ein Monster auf einen zukommt. Das ist dann schon das gleiche. Du weißt ja auch bei anderen Sachen, wenn z.B. ein Schauspieler ein Monster spielt, der ist verkleidet. Und in der Pause raucht der ‘ne Zigarette. Und da ist so ein Green- oder Bluescreen nicht so viel anders.

Nico: Du hast „Lexx - The Dark Zone” irgendwann verlassen, so dass man Dich in der Serie durch eine andere Schauspielerin ersetzen musste. Wie bist Du damals zu diesem Entschluss gelangt?

Eva: Eigentlich gab es da zwei Optionen. Wir hatten die vier Filme gedreht, und es gingen erst zwei Jahre ins Land, bevor wir dann die Serie gedreht haben. Ich hatte auch schon unterschrieben bei der “Strandclique”, da gab es für mich dann auch kein zurück mehr, obwohl der Produzent immer zu mir gesagt hat: “Es geht weiter.” Das stand eben auf der Kippe, war eben alles nicht sicher. Und die hatten auch nur noch 50% des Budgets, das sie vorher hatten. Es ging mir jetzt auch nicht um die Gage, sondern mir war einfach klar, dass die Kulissen nicht mehr so toll aussehen würden, dass das Format ganz anders wird, nämlich 60-Minuten- und nicht mehr 90-Minuten-Filme. Das andere war einfach besser. Auch was sie mir über die geplanten Geschichten erzählten, war mir dann auch ein bißchen zu heftig, zu sexuell teilweise, zu gewalttätig. Ich fand es auch nicht lustig, das war nicht mehr ganz mein Humor. Und deshalb habe ich gesagt: “Nee, ihr könnt mich gern ersetzen, aber ich möchte jetzt nicht weitermachen.”

Nico: Hattest Du Angst, dass Deine Fans Dir das evtl. hätten übel nehmen können?

Eva: Nee, es war für mich! Es war einfach für mich. Nach allem, was sie mir erzählt hatten, und was sich auch bestätigt hat, würde es nicht mehr so sein wie die ersten vier Filme, und ich hatte nicht Lust, was schlechteres zu machen. Dann doch lieber etwas komplett anderes machen, da ich ja auch zu dem Zeitpunkt viel gespielt hatte im Fernsehen, wollte ich auch ein paar andere Erfahrungen sammeln, und dann nicht das weitermachen. Das steht und fällt mit den Kulissen usw., und wenn das nicht so gut ist, dann ... schwierig!

Nico: Im Großen und Ganzen bezeichnest Du Dich nicht unbedingt als Science-Fiction-Fan. Akzeptieren die Leute das, wenn Du z.B. ein Fan-Treffen besuchst?

Eva: Die wissen das schon. Ich identifiziere mich jetzt auch nicht so sehr mit Science Fiction, oder auch meine Fans. Auf dem Fanclubtreffen z.B. im letzten Jahr - die sehen mich nicht nur in “Lexx”, sondern haben mich ja auch in anderen Rollen schon gesehen. Ist ja klar, dass wenn Du das spielst, Du nicht immer gleich Science-Fiction-Fan sein musst. Und Lexx war ja auch speziell, auch ganz anders als “Raumschiff Enterprise” oder “Star Wars”. Es ging für mich auch so ein bißchen in Richtung Fantasy, und das gefällt mir dann schon wieder.

Nico: Aus vielen Deiner Statements erkennt man, dass es für Dich einen großen Unterschied zwischen dem „Berühmtsein” und der „Schauspielerei” gibt. Worin liegt für Dich die eigentliche Faszination des Spielens?

Eva: Ich glaube, ich spiele gern, weil es mir die Möglichkeit gibt, einfach in eine andere Person hineinzuschlüpfen. Du kannst komplett neue Bereiche kennenlernen. Für eine Rolle musste ich z.B. Tennis spielen. Du musst Dich halt auch privat mit ganz neuen Sachen beschäftigen. Für mich ist jede Rolle immer wieder eine Anregung, über mein eigenes Leben nachzudenken, immer wieder neue Sachen zu entdecken. Jedes Mal, wenn ich jemand anderen spielen muss, was weiß ich, wie gesagt: Beispiel Tennis-Profi, dann fange ich auf einmal an, Bücher zu lesen über Tennis-Profis wie Steffi Graf, oder dass ich halt auch Tennis-Unterricht nehme. Es gibt immer wieder neue Anreize, Du kannst in alles so ein bißchen reinschauen. Für mich ist Schauspielerei so ein bißchen das Leben Entdecken, die verschiedenen Perspektiven.

Nico: Stehst Du dann so sehr dahinter, dass Du Dich richtig in die Rollen hineinlebst?

Eva: Ja. Jetzt nicht so extrem, dass ich nicht mehr weiß, wer ich bin oder so. Ich finde das wie eine neue Aufgabe ... dass Du hinter verschiedene Mauern guckst.

Nico: Wenn Du Dich noch einmal entscheiden könntest: würdest Du dann eher die Theater-Schauspielerei bevorzugen?

Eva: Ich könnte mich ja heute immer noch entscheiden, ob ich Theater spielen möchte. Es gibt ja viele Fernsehschauspieler, die das machen. Aber ich denke, mir gefällt’s gut am Fernsehen, dass, wenn Du Filme drehst, nicht so viele Zuschauer sind. Dass es intimer ist, dass es weniger Leute sind. Ich mag auch sehr gern im Studio zu drehen - ich bin auch gar nicht scharf darauf, dass mir dabei 100, 200 Leute zuschauen. Ich brauche kein großes Publikum, sondern ich finde es schön, wenn man auch die Möglichkeit hat, etwas immer wieder zu wiederholen, weil man dadurch auch versuchen kann, das zu perfektionieren. Dass man an einer Szene so lange herumbasteln kann, bis sie perfekt ist. Mir sagt das persönlich mehr zu.

Nico: Wie sieht Deine berufliche Zukunftsplanmung aus? Möchtest Du auch noch im hohen Alter noch vor der Kamera stehen?

Eva: Wenn’s mir dann noch Spaß macht ja! Ist eben immer so eine Sache, ob man das dann noch will. Was die Zukunftsplanung betrifft, schaue ich mir eigentlich immer nur das nächste Jahr an. So weit will ich auch gar nicht vorausplanen. Ich finde immer am wichtigsten, was man gerade macht, oder was einem unmittelbar bevorsteht. Die wirkliche Zukunft ist eigentlich ein Traum, und ich finde, die Vergangenheit existiert auch nicht mehr, deshalb kann ich mich immer nur auf das, was ich jetzt oder morgen mache, konzentrieren. Aber alles darüber hinaus ist viel zu weit weg.

Nico: Bist Du ein spontaner Mensch?

Eva: Ja, sehr spontan! Ich glaube, ich hätte mir auch den Beruf nicht ausgesucht, weil es sein kann, dass Dich Dein Agent anruft und Dir sagt: “Morgen musst Du dahin!” Oder ich war schön im Urlaub in Amerika, dann kam ein Anruf: “Du sollst für jemanden einspringen für jemanden, den sie für ein Projekt jetzt doch nicht haben wollen. Die ist rausgeschmissen worden und Du sollst jetzt die Rolle übernehmen!” Und dann habe ich auch alles abgesagt, Leuten vor den Kopf gestoßen, die ich besuchen wollte, und dann bin ich wieder nach Hause gefahren.

Nico: Wie schaut es mit Literatur aus? Du schreibst viele Gedichte. Wäre das eine Alternative für Dich? Vielleicht als Drehbuch- oder Romanautorin?

Eva: Das könnte ich mir für später wirklich vorstellen. So in Richtung Drehbuch ... weil ich halt sehr viele Drehbücher zu sehen kriege. Aber Drehbuch-Schreiben ist schwer. Später könnte ich mir das vielleicht schon vorstellen.

Nico: Ein aktueller Roman-Tipp von Dir?

Eva: Aktuell?

Nico: Oder älter ...

Eva: Lass’ mich überlegen. Ich lese gerade ein ganz süßes Buch, das “The Diary of Adrian Mole” heißt. Ich glaube, das gibt’s auch nur auf Englisch. Das ist so ähnlich wie das “Tagebuch von Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück”. Es ist über einen 14jährigen Jungen, der aus seiner Sicht seine Eltern beschreibt, und was um ihn herum so passiert - in Tagebuchform. Und das ist sehr lustig und sehr gut. Und ... ach, ich habe viele Sachen in der letzten Zeit gelesen. Gut fand ich “Faserland” von Christian Kracht. Das finde ich sehr gut. Das war auch in den Schlagzeilen. Es lässt sich sehr leicht lesen und ist schön, weil es sehr aktuell ist. Sehr gesellschafts-kritisch, aber auch sehr passend. Das muss man lesen. Das schöne daran ist, dass der Erzähler sehr viel beschreibt. Das sind ungefähr höchstens drei Tage, die da beschrieben werden. Der Reiz dieses Buches liegt in der brutal-ehrlichen Weise, wie er seine Umwelt beschreibt. Man lernt halt ein paar Freunde des Ich-Erzählers kennen, die irgendwelche Probleme haben. Dann geht er wieder weiter, weil ihm das zu viel wird. Er fährt einmal quer durch ... von Sylt aus, da fängt das an, und er fährt halt immer weiter und endet dann im Süden Deutschlands. Und was er da so sieht auf den Stationen seiner Reise.

Nico: Welches Esoterik-Buch hast Du zuletzt gelesen?

Eva: Was ich immer wieder schön finde, ist “Die Prophezeihung von Celestine”, das habe ich glaube ich schon vier mal gelesen. Kennst Du das?

Nico: Nö.

Eva: Das ist echt schön! Es ist unheimlich motivierend. Das Buch gibt mir jedes Mal wenn ich’s lese wieder Kraft.

Nico: Und was steht da so drin?

Eva: Uh... (grübelt) Die Botschaft von den meisten esoterischen Büchern ist, dass Du quasi Dein Glück nicht außerhalb findest, sondern in Dir, und dass Du Dich auf Dich selbst besinnen sollst und dass Du Deine Kraft aus Dir selber nehmen sollst und nicht von außerhalb ... was weiß ich, im Beruf. Und dass man sieht, was man alles auf die Beine stellen kann, aus sich selbst heraus. Und dass man im Hier und Jetzt leben soll. Ich kann das nur ganz schlecht verallgemeinern - dass jeder Mensch was ganz besonderes ist.

Nico: Eines Deiner Lieblingsbücher ist „Das Parfüm” von Patrik Süskind. Ist „Jean Baptist Grenouille” in Deinen Augen eher ein Monster oder ein Genie?

Eva: Puh ... er ist ja beides! Wenn er gut wäre, könnte er sein ganzes Wissen auch anders einsetzen. Aber bei ihm schlägt es um in den Wahnsinn oder in das Bösartige. Ich denke nicht, dass jedes Genie automatisch böse ist. Nur wenn es halt umkippt ... er ist halt beides - sowohl Monster als auch Genie.

Nico: Gibt es das „perfekte Parfüm” für Dich? Wie duftest Du? (lacht)

Eva: Ich habe immer so viele verschiedene Parfums zu Hause. Es ist immer ganz zeitweise. Ich suche mir auch ganz gerne für verschiedene Rollen verschiedene Parfums raus. Wenn ich eine jüngere Rolle spiele, eine 19jährige oder sowas, dann eher so ein frisches, blumiges. Und dann vielleicht ein sportliches, wenn ich eine sportliche Rolle spiele. Das ist auch immer ganz verschieden. Zur Zeit mag ich ganz gerne “Mirabelle” von Chopard ... das ist ganz lecker! Aber das wechselt eigentlich ständig! Ich kaufe mir ständig neue Parfums. Und ich kaufe mir ständig neue Nagellacke ... was mir gerade gefällt. Ich bin Sammler, ich muss das immer alles gleich haben. Das steht dann bei mir rum! (Lacht)

Nico: Aber ein Messy bist Du nicht?

Eva: Nein, das geht! (Lacht)

Nico: Du hast schon immer viel Sprechunterricht genommen. Kannst Du uns „Unwissenden” erklären, was da so passiert?

Eva: Ach Gott, Sprechunterricht ... ich habe mal von 14 bis 18 Sprechunterricht genommen, dann wieder von 22 bis 25, fange jetzt gerade wieder damit an. Du lernst eigentlich dabei eher richtiges Atmen und dass Du in den Bauch atmest, Stimmbildung ... so’n bißchen das, was Du für den Gesangsunterricht auch lernen würdest. Z.B. auch, dass wenn Du laut wirst, Du nicht automatisch eine schrille hohe Stimme bekommst, sondern dass sie dann immer noch voll klingt. Und Du machst ähnliche Übungen wie beim Gesangsunterricht auch, einfach damit Dir in Situationen, in denen Du nervös oder aufgeregt bist, oder Lampenfieber hast, die Stimme da nicht versagt. Damit Du halt nicht steckenbleibst ... Deine Zwerchfellmuskeln auch trainierst. Das gehört auch dazu.

Nico: Ist man nicht irgendwann perfekt?

Eva: Na ja, man verlernt’s ja immer wieder. Dann hat man mal wieder keine Lust, seine Übungen zu machen. Man muss, wenn man es macht, dann auch jeden Tag eine halbe Stunde üben, so ähnlich wie bei Yoga, einfach dass man dran bleibt, dass man geschmeidig bleibt. Das ist bei Stimmbändern nicht anders. Dann arbeite ich mal viel, dann habe ich mal wieder keine Lust, meine Übungen zu machen, und dann vergisst man auch wieder einiges.

Nico: Mach uns doch mal so eine Übung vor!

Eva: Jetzt am Telefon?

Nico: Warum nicht?

Eva: Nööö.

Nico: Und wenn wir ganz lieb “Bitte, bitte!” sagen?

Markus: Ooochh ... bitte!

Eva: (Lacht) Davon habt Ihr doch gar nichts! Ich kann das jetzt auch gar nicht! He he!

Nico: Na gut... okay!
Du hast u.a. auch mit Kollegen wie Fabian Harloff und Hans Clarin zusammengearbeitet. Beide haben schon vor vielen Jahren als Hörspielsprecher fungiert (Info: Fabian bereits als kleiner Junge bei den „Drei ???” und Hans Clarin als „Hui Buh, das Schlossgespenst”).
Wurde Dir schon mal eine Rolle in einem Hörspiel angeboten?

Eva: Ich habe hin und wieder mich selber synchronisiert, z.B. bei “Lexx” von Englisch auf Deutsch. Fabian Harloffs Vater z.B. ist Synchronregisseur, der hat den Fabian mit 12 auch schon da reingebracht. Ich denke, wenn ich mehr synchronisieren würde ... man kann ja auch andere Schauspieler synchronisieren, Englische Serien, was weiß ich ... dann hätte ich wahrscheinlich auch sowas mal gemacht. Aber bisher hat es sich einfach nicht ergeben, weil ich auch sehr viel arbeite. Es gibt hier so eine Sprecheragentur in Hamburg, die Werbung und sowas sprechen lässt, und da habe ich auch mal so ein Casting-Band gemacht, das sich Kunden dann anhören und sagen können: “Das hätte ich gern” oder “Das nicht”. Und da wurde ich schon öfter angefragt, aber ich war nie da, ich war jedes Mal woanders, aber nicht im Hamburg. Ich habe selbst noch keine Rolle in einem Hörspiel gesprochen, noch wurde sie mir angeboten. Es hat sich also noch nicht ergeben.

Nico: Neben Deinem Sprechunterricht hast Du auch Gesangsunterricht genossen und spielst auch einige Instrumente (z.B. Klavier und Gitarre). Erzähle uns doch ein wenig mehr über Deine musikalische Seite.

Eva: Also, das ist alles bei mir schon wieder ein bißchen länger her, dass ich Gitarrenunterricht hatte ... und Klavierunterricht ... das war mehr so als Teenager. Ich spiele immer noch hin und wieder gern Gitarre, aber bei jedem Instrument ist es auch wichtig, dass Du es regelmäßig praktizierst. Und ich komme relativ wenig dazu. Wenn ich nicht da bin, habe ich auch meine Gitarre nicht dabei. Ich spiele immer mal wieder gern Gitarre ... oder dass ich für mich so ein bißchen rumkomponiere, dass ich irgendwas singe und das auf der Gitarre begleite, aber das mache ich nur für mich. Zum Spaß, also nichts Professionelles.

Nico: Wir suchen immer Gastmusiker für CLARET!

Eva: Was soll ich denn da spielen?

Nico: Kannst Du gut singen?

Eva: Ich habe auch schon länger nicht mehr gesungen! Wir könnten das mal ausprobieren. Schickt mir erst mal ‘ne CD von Euch zu!

Nico: Okay! Sollst Du gern haben! Was ist denn Dein bevorzugter Musik-Stil?

Eva: Das wechselt ständig! Es gibt ganz verschiedene Sachen, die ich mir anhöre. Eine CD, die ich in letzter Zeit sehr gut finde, ist die von den “Gorillaz”. Findet Ihr die auch gut?

Nico: (Verhalten) Die Videos sind ganz lustig.

Eva: Ich meine jetzt nicht so unbedingt die zwei Lieder, die die immer im Radio spielen, sondern auch die anderen Lieder, die da drauf sind, sind sehr schön, weil sie ... was anderes sind! Ach ... ich höre alles mögliche! Ich habe da echt keinen speziellen Musikstil. Ich höre sogar auch “Era” ... also alles durcheinander.

Nico: Welche CD hast Du Dir zuletzt gekauft?

Eva: Zuletzt habe ich mir die “Gorillaz”-CD gekauft!

Nico: Und davor?

Eva: Davor habe ich mir ganz viele CDs gekauft... z.B. “Peace Orchestra”, das ist so wie “Kruder & Dorfmeister”!

Nico: (Verzweifelt) Kenne ich leider auch nicht!!

Eva: “Kruder & Dorfmeister” ist richtig gut! So viel ich weiß sind das DJs. Das ist alles so’n bißchen Drum ‘n Bass, oder wie sich das nennt. Ich kenn mich da auch ganz schlecht aus in diesen verschiedenen Musikrichtungen.

Nico: Gehören Depeche Mode nach der Veröffentlichung von „Exciter” eigentlich noch immer zu Deinen Lieblingsbands?

Eva: Ich finde “Exciter” nicht so toll wie andere CDs davor, obwohl andere Leute, die auf den Konzerten waren, das ganz toll fanden. Ich wäre auch gern hingegangen, habe auch Karten gehabt für Hamburg, aber ich war zu dem Zeitpunkt unterwegs. Das hätte ich gern gesehen, ich hoffe, die kommen noch mal! “Exciter” habe ich mir eben auch gekauft, und ein paar Lieder haben mir auch gefallen. Die meisten davon waren aber auch im Radio, also Auskopplungen. “Dream on” ...

Nico: Was machst Du eigentlich, wenn Du nicht gerade drehst? Wie sieht ein „entspannter” Tag in Deinem Leben aus? Also quasi der heutige Sonntag!

Eva: Heute nachmittag werde ich noch ein bißchen lesen in meinem neuen Buch, “The Diary of Adiran Mole”, dann treffe ich nachher noch eine Freundin von mir, die Steffi. Wir wollen uns einen schönen Abend machen und einfach reden, tratschen über die vergangene Zeit. Sie hat mich ja auch schon länger nicht mehr gesehen. Wenn ich Zeit habe, wenn ich lang gedreht habe und dann Zuhause bin, wartet sehr viel Papierkram auf mich und Sachen, die ich machen muss. Ich bin für mich immer so zwei verschiedene Menschen, wenn ich drehe und aktiv bin und wenn ich nicht drehe! Wenn ich nicht drehe, bin ich eher so ein bißchen ruhiger, dann treffe ich mich mit ‘ner Freundin oder ‘nem Freund von mir. Ich bin auch niemand, der groß auf Partys geht. Nicht weil mir das keinen Spaß macht ... ich bin auch kein zwiegespaltener Mensch! Wenn ich drehe habe ich halt auch immer mehr Energie, das ist dann auch anstrengend. Ich bin auch, wenn ich lange drehe - teilweise mehrere Monate -von Natur aus ein bißchen aufgedreht. Dann gehe ich abends immer noch zum Sport, kann dann trotzdem noch schlecht einschlafen, kann immer noch weggehen, Sachen machen. Wenn ich dann nicht drehe, bin ich ruhig, zurückgezogen, gehe auch zum Sport, gehe Spazieren, lese was, telefoniere, gehe zu meinen Unterrichten, zum Sprech- und zum Schauspielunterricht, lese meine neuen Drehbücher durch, versuche mich da ein bißchen reinzuträumen. Ich bin auch ein ziemlicher Träumer. Ich laufe gern mal einfach so rum und träume vor mich hin.

Nico: Kochst Du gern?

Eva: Ich koche ganz gerne, wenn ich nicht für mich alleine koche. Für mich alleine koche ich nie. Dann hole ich mir irgendwas aus dem Restaurant oder order mir Sushi. Wenn ich das mit jemand zusammen mache, finde ich das ganz nett. Aber ich bin nicht unbedingt jemand, der sehr viel kocht, weil, wenn ich arbeite, da bin ich im Hotel, da kann ich gar nicht kochen, gehe dann immer essen. Und privat, bin ich eher jemand, wenn ich ehrlich bin, der sich was holt oder im Restaurant essen geht. Ich glaube, ich bin da ziemlich faul!

Nico: Ich kann ja Käse nicht leiden. Was hältst Du von ihm?

Eva: Warum magst Du Käse nicht? Bist Du wahnsinnig??

Nico: Er ist schrecklich!

Eva: Ich esse gerne Käse, ich esse z.B. auch Racelette!

Nico: Dann muss ich das Interview hier leider beenden, tut mir leid! (Lacht)

Eva: Warum magst Du Käse nicht?

Nico: Ich habe ihn noch nie probiert, ich weiß es nicht!

Eva: Du hast ihn noch nie probiert?

Nico: Nein!

Eva: Wie alt bist Du?

Nico: Dreiundzwanzig.

Eva: Dreiundzwanzig und hast noch nie in Deinem Leben Käse probiert??

Nico: Als Kind, sagte meine Mutter, aber daran kann ich mich zum Glück nicht mehr erinnern. (Markus lacht im Hintergrund)

Eva: Du  isst auch keine Pizza?

Nico: Nein. Doch. Schon. Aber ohne Käse.

Eva: Jetzt hör auf! Echt? Wirklich? Echt?

Nico: Natürlich.

Eva: Also, ich kann das gar nicht fassen!

Nico: Wenn die Leute mir sagen: “Dieser Käse ist sehr würzig oder mild!”, dann kann ich mir darunter gar nichts vorstellen!

Eva: Ja, Du hast es ja noch nie probiert! Du musst ja irgendwann Deine Aversion gegen Käse entwickelt haben.

Nico: Weiß nicht.

Eva: Weil er stinkt, oder weil er ... ?

Nico: Ich sag mal: duften tut er ja nicht! (Markus lacht wieder)

Eva: Natürlich duftet Käse nicht! Nein, aber es ist ja auch ein vergährtes Produkt im Prinzip. Trinkst Du denn Milch?

Nico: Ja.

Eva: Es gibt aber so leckere Sachen mit Käse! Isst Du denn ...  Sahne isst Du auch?!

Nico: Ja, schon.

Eva: Aber Sahne ist doch Käse recht ähnlich.

Markus: Überzeug ihn mal, ich will auch, dass er Käse isst!

Eva: Isst Du Mozzarella?

Nico: Nein, auch das nicht!

Eva: Warum Mozzarella nicht?

Nico: Das Extremste, was ich in dieser Richtung esse ist Crème frêche oder dieses Zeug im Tiramisu. Das geht auch noch, weil es eben süß ist und nicht pikant. Pikante Milch ist bah!

Eva: Warum auch nicht! Ich meine, manche Leute mögen keinen Meerrettich oder keine rote Beete. Nur Käse ist halt geläufiger. Du würdest ihn auch nicht probieren und Dir dann vornehmen, ihn auszuspucken, wenn er Dir nicht schmeckt?

Nico: Nee.

Eva: Warum?

Nico: Weiß nicht! Sonst mag ich eigentlich alles. Bis auf das. Man hat mir schon tausende von Marken angeboten, aber nee! Mach’ ich nicht!

Eva: Wirklich?? Du kannst ihn doch wieder ausspucken! Na gut.

Nico: Okay, wenn Du hier für uns Deine Gesangsübungen machst, dann esse ich ... nein! NEIN! Das war ein Scherz! Vergiss es!

Eva: Markus ist mein Zeuge!

Nico: NEIN!

Markus: Iss den Harzer!! (Lacht)

Nico: Weg von dem Thema! (Lacht) Welches ist Deine Lieblingsschokolade? Da kann ich wenigstens auch wieder mitreden!

Eva: Ich esse nicht so viel Schokolade. Wenn, dann esse ich gern Ritter Sport. Marzipan-Schokolade. Ich mag die Zartbitter-Schokolade lieber als Vollmilch. Ich pule dann immer das außen ab, esse erst mal die Außenhülle und danach den Kern. Das mache ich auch gern bei Sandwiches, die zerlege ich immer gern, dass ich erst das Brot esse und dann die Wurst, oder wie auch immer.

Markus: Den Käse!

Eva: “Den Käse” wollte ich jetzt nicht sagen!

Nico: Du bist wenigstens noch nett zu mir! Markus nicht!

Eva: (Kichert)

Nico: Womit kann man Dir eine Riesenfreude bereiten?

Eva: Indem man mir irgendwelche Geheimnisse verrät, die man nicht weitersagen soll. Bei Geheimnissen, da schlägt mein Herz gleich dreimal schneller! Dann kann man mir noch eine Riesenfreude bereiten, indem man mir eine tolle Rolle in einem Film anbietet, oder wenn man spontan vorbeikommt und sagt: “So, lass uns verreisen! Hier sind zwei Tickets. Wir fliegen jetzt nach Furte Ventura!” oder so. Ich mag gern alles, was spontan und überraschend ist.

Nico: Geheimnisse kann ich Dir jetzt leider nicht verraten! Markus ist ja auch noch da!

Eva: Tja, wenn Markus nachher weg ist ...

Nico: Alles klar! (Lacht) Hast Du einen TV- oder Internet-Tipp für die Leser, die noch mehr über Dich erfahren möchten?

Eva: Internettipp: Das ist meine Fanpage, die von Jens Schmigowski gemacht wird. www.Eva-Habermann.de. Die ist sehr nett gemacht! Wird auch immer aktualisiert, und wir wollten demnächst wieder einen Chat anbieten. TV-Tipp ... ? Ich weiß nicht, wann die “Wilden Engel” gezeigt werden, die werden Anfang des Jahres gesendet. Ein Kino-Tipp war ja auch dabei! 24. Januar! “Feuer, Eis und Dosenbier!”

Nico: Prima! Tja, liebe Eva, das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht!! Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Eva: Ja! Ich habe es zwar leider nicht geschafft, Dich davon zu überzeugen, dass Du Käse essen solltest ... aber das sollst Du ja auch gar nicht! Jeder soll das essen, was ihm schmeckt! Ich denke auch, dass man instinktiv weiß, was gut für einen ist! Vielleicht würde Dir davon echt übel werden, und das wäre nicht gut für Dich! Wenn man so eine Entschlackungskur macht, da sind z.B. Milchprodukte gar nicht dabei ... und von daher ... ist ja nicht schlimm!

Nico: Eben!! (Lacht) Noch ein Schlusswort von Dir?

Eva: Ja, es war sehr nett! Ich habe sehr viel erzählt ... ich hoffe, ihr könnt damit irgendwas anfangen! Und dann freue ich mich, wenn Ihr mir die CD schickt! Bin ich schon gespannt! Dann kriegt Ihr auch Feedback von mir!!

Nico: Gerne!! 1000 Dank noch mal für alles!
 

Wir bedanken uns auch bei den Besuchern von http://www.gothic-rock.de/ fürs Lesen und hoffen, es hat Euch Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal!

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